Weihnachten fällt nicht aus – aber die Präsenz-Gottesdienste

Weihnachten fällt nicht aus – aber die Präsenz-Gottesdienste

Liebe Geschwister aus unserer Kirchengemeinde,

schweren Herzens haben wir im Kirchengemeinderat die Entscheidung getroffen, angesichts der aktuellen Corona-Situation in diesem Jahr auf Präsenz-Gottesdienste zu Weihnachten zu verzichten. Wir haben uns diese Entscheidung nicht leichtgemacht. In zwei langen Gesprächen haben wir Argumente für und gegen diesen Schritt abgewogen.

Wir sind überzeugt davon, dass die tatsächliche Infektionsgefahr in unseren Gottesdiensten sehr gering ist. Die bestehenden Schutzmaßnahmen sind gut und bieten eine hohe Sicherheit. Aber wir alle sind bestürzt über die Entwicklung des Infektionsgeschehens in den letzten Wochen und Tagen, insbesondere über die zunehmend dramatische Situation in den Krankenhäusern und auf den Intensivstationen. Die Lage ist ernst und muss ernst genommen werden. Es ist ein Zeichen von Solidarität und Nächstenliebe, in der kommenden Zeit physische Begegnungen zwischen Menschen zu reduzieren, so schwer uns das fallen mag.

Als Kirchengemeinde wollen wir dieser Verantwortung nicht ausweichen und unseren Beitrag dazu leisten.

Es ist richtig, dass der Staat die Religionsfreiheit achtet und unter den geltenden Hygienevorschriften Gottesdienste erlaubt. Aber nicht immer ist es sinnvoll, jede Freiheit auch zu nutzen. Wir verstehen, wenn andere Kirchengemeinden zu einer anderen Entscheidung kommen, aber wir haben für uns entschieden, nicht von unserem Recht Gebrauch zu machen, das Geburtsfest Jesu mit gemeinsamen Gottesdiensten zu feiern. Das schmerzt uns sehr.

Und doch sind wir überzeugt, dass gerade diese Entscheidung ernst nimmt, was an Weihnachten geschieht. Paulus spricht im Philipperbrief davon, dass Jesus nicht daran festhielt, „Gott gleich zu sein“, sondern „wie ein Sklave“ wurde „und den Menschen gleich“. Aus Liebe zu den Menschen verzichtete Jesus auf die Privilegien seiner Göttlichkeit und wurde in radikaler Solidarität einer von uns – das ist Weihnachten. Und wir glauben, dem werden wir als Christinnen und Christen gerecht, wenn wir auch aus Nächstenliebe und Solidarität auf etwas so Kostbares wie die gemeinsamen Weihnachtsgottesdienste verzichten.

Bedeutet das, dass in unserer Kirchengemeinde Weihnachten ganz ausfällt? Ganz und gar nicht. Auf andere Art können wir Weihnachten trotzdem feiern, auch in Verbundenheit miteinander:

  • Am 24.12. um 22 Uhr und am 25.12. um 9:30 Uhr besteht die Möglichkeit, über den YouTube-Kanal „Katholische Kirche Baiersbronn“ live bei Gottesdiensten aus unserer Kirche dabei zu sein – oder sie sich zu einem späteren Zeitpunkt anzusehen.
  • Am 26.12. um 10 Uhr laden wir ein zu einem Internet-Gottesdienst über Zoom. Den Link dazu finden Sie auf unserer Homepage www.kath-kirche-baiersbronn.de. Unter dem selben Link gibt es ebenfalls am Zweiten Weihnachtstag um 20 Uhr die Möglichkeit, bei einem „Glühwein-Talk“ mit Menschen aus der Gemeinde ungezwungen ins Gespräch zu kommen.
  • Unsere Kirchen bleiben selbstverständlich für persönliche Einkehr und Gebet geöffnet. Dort steht auch das Friedenslicht aus Bethlehem, das mit nach Hause genommen und weitergegeben werden kann. An den Weihnachtstagen läuft in der Kirche in Baiersbronn zudem regelmäßig ein Film mit einer kurzen Weihnachtsandacht.
  • Im Gotteslob unter der Nr. 26 finden Sie ein Modell für einen Hausgottesdienst am Heiligen Abend. Zahlreiche ähnliche Vorschläge sind im Internet zu finden.
  • Von 24.12. bis 06.01. erreichen Sie täglich von 16 bis 18 Uhr Pastoralreferent Dominik Weiß unter der Nummer 0170 4822028 für seelsorgerliche Gespräche.

Wann wir wieder miteinander Gottesdienste in unseren Kirchen feiern können, das werden wir mit einem aufmerksamen Blick auf die Entwicklung der Corona-Lage entscheiden. Wir rechnen vorläufig damit, dass die Absage bis zum Ende des allgemeinen Lockdowns am 10.01. gilt. Bis dahin können wir nicht zuletzt im Gebet füreinander in Verbindung bleiben.

Das Wichtigste zum Schluss: Weihnachten fällt nicht aus. Gott ist aus Liebe zu uns Menschen in Jesus Christus Mensch geworden. Diese Frohe Botschaft will uns gerade in schweren Zeiten, wie wir sie in diesem Jahr erleben müssen, Hoffnung und Freude schenken. Diese Hoffnung und diese weihnachtliche Freude wünschen wir Ihnen und euch von ganzem Herzen!

Dominik Weiß                                                            Rene Gerbershagen

Pfarrbeauftragter                                                      Gewählter Vorsitzender

Im Namen des gesamten Kirchengemeinderats

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